Informationen, Fragen und Ideen zum Erlass

Nach dem Erlass steht den Ganztagsschulen ein Budget zur Verfügung. Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln haben Ganztagsschulen vielfältige Möglichkeiten für die Organisation und Durchführung von Ganztagsangeboten. Sie können Angebote mit Kooperationspartnern organisieren und Experten für Projekte und Angebote gewinnen. Ebenso können die Mittel eingesetzt werden, um Fortbildungen zu gestalten, welche die besonderen Bedürfnisse Ihrer Schule ansprechen.
 

 

Beachten Sie bei der Erstellung von Ganztagsangeboten für Schüler auch die Forschungsergebnisse, die wir Ihnen hier zur Verfügung stellen.

Mit der folgenden Ideensammlung wollen wir den Ganztagsschulen Möglichkeiten im Umgang oder Einsatz des zur Verfügung stehenden Budgets aufzeigen. Hierbei handelt es sich um Ansätze, die weitergedacht und -entwickelt werden können.
 


Zur qualitativen und quantitativen Erweiterung ihres Angebotsspektrums arbeiten die Ganztagsschulen aktiv mit außerschulischen Partnern in ihrer Region und im Gemeinwesen zusammen und öffnen sich zum sozialen, kulturellen und betrieblichen Umfeld. Dazu sollen Schulen im Rahmen ihres Schulkonzeptes eigenverantwortlich

 a) außerunterrichtliche schulische Projekte einschließlich regelmäßiger Angebote unter Einbeziehung von Kooperationspartnern,

 b)

 

Beiträge von Experten zur Gestaltung des Ganztagsangebotes (wie z. B. Schriftsteller, Künstler, Ingenieure, Zeitzeugen, Jugendbildungsreferenten, Wissenschaftler)

sowie

 c) spezifische systembezogene Fortbildungen auf Schulebene

einwerben können. Für diesen Zweck stellt das Land jeder öffentlichen Ganztagsschule der Sekundarstufe I Haushaltsmittel zur Verfügung.

 


 

a) Außerunterrichtliche schulische Projekte und regelmäßiger Angebote

"Die außerunterrichtlichen schulischen Projekte und Angebote schließen Vorhaben an außerschulischen Lernorten ein und können durch freie Träger, Vereine sowie geeignete natürliche Personen in enger Kooperation mit der Schule geleitet und klassen-, jahrgangs-, schulübergreifend und gegebenenfalls auch geschlechtsspezifisch organisiert werden. Ein Projekt soll in der Regel einen Umfang von 20 bis 40 Zeitstunden im Schuljahr umfassen, außerunterrichtliche Angebote sind regelmäßig vorzuhalten."

 

Die Angebote beziehen sich insbesondere auf die quantitative Erweiterung von Ganztagschulangeboten, aber auch auf schon etablierte, die eine neue qualitative Herausforderung suchen. Zum Beispiel können Schulen Gelder unter Bereich a abrufen, um bis zu 15,00€ pro Stunde als Aufwandsentschädigung an Kooperationspartner zu bezahlen, wobei eine Maßnahme nicht mehr als 600 Euro im Schuljahr betragen darf. Der Kooperationspartner bekommt die Aufwandsentschädigung als Pauschalbetrag und so kann sie für Honorar, Reisekosten oder Sachkosten eingesetzt werden.

 

Beispiel für Bereich A:

Eine Schule möchte ihre außerunterrichtlichen Angebote erweitern. Eine Umfrage unter der Schülerschaft ergab, dass viele Mädchen sich für Tanzen interessieren. Bei der Gesamtkonferenz wird beschlossen, eine Arbeitsgemeinschaft Tanz für 20 Mädchen aus den Klassen 7 bis 10 zu gründen. Die AG soll von einer Trainerin einer Tanzschule geleitet werden. Von November bis Dezember sollen 16 Termine stattfinden und unter Vorbehalt können die Stunden verlängert werden. 

Die Schule schließt eine Vereinbarung (Anlage 1)  mit einer Tanztrainerin ab. Die Tanztrainerin bekommt eine Aufwandsentschädigung für 15,00 € die Stunde (Zeitstunde: 60 Min). Diese Aufwandsentschädigung ist ein Pauschalbetrag, den die Tanztrainerin für ihr Honorar, ihre Reisekosten oder die Musikausstattung einsetzen kann. Nach Beendigung des Projekts schreibt sie den Sachbericht (Anlage 2) und übergibt diesen zur Bestätigung der Schulleitung. Das Original der Vereinbarung sowie der Sachbericht werden zur Abrechnung über den Dienstweg  dem Landesschulamt zugeleitet.

Anlage 1 - Vereinbarung Vorlage Anlage 1

  Beispiel Anlage 1

Anlage 2 - Dokumentation Vorlage Anlage 2   Beispiel Anlage 2

 

Eine Ideensammlung mit den Ergebnissen der Workshops finden Sie hier. Bereich A wird auf den Seiten 1 - 4 behandelt.

 


 

b) Beiträge von Experten zur Gestaltung des Ganztagsangebotes

Hier liegt der Fokus vor allem auf der qualitativen Weiterentwicklung bereits bestehender Angebote. Themenbezogene Beiträge von Experten sollen zeitlich befristet und nicht als regelmäßige Angebote vorgesehen sein. Schulen können verschiedenste Experten an die Schule holen und diese mit einem Honorar von bis zu 80,00€ pro Stunde bezahlen. Im Erlass sind folgende Vorgaben für den Stundenlohn von Experten angegeben:

Qualifikation Aufwandspauschale pro Angebotsstunde (Euro)
Fachschul- oder eine dieser entsprechenden Ausbildung 20 bis 30
abgeschlossene Hochschulausbildung oder eine dieser entsprechenden Qualifikation 30 bis 50
Referenten mit einer herausragenden Qualifika-tion, (z. B. Habilitation, außerordentlich hohe Sachkompetenz) 50 bis 80

 

Beispiel für Bereich B:

Eine Schule möchte im Rahmen des Geschichtsunterrichtes eine Gesprächsrunde zum Thema „Leben in Deutschland 1939-45“ durchführen unter dem Titel „Schule für mehr Courage“. Dazu haben sich die Schüler einen Zeitzeugen eingeladen. Da es sich hier um ein sehr sensibles Thema handelt, bemühen sich die Schüler um einen angemessenen Rahmen in einer Nachmittagsveranstaltung, zu der alle Schüler der Klassenstufen 8-10 eingeladen werden.

Nach dem Beschluss der Gesamtkonferenz wurde die Anlage 1 mit dem Zeitzeugen ausgefüllt. Er bekommt 25€ pro Stunde und erhält für die Gesprächsrunde (dauer: 90 Minuten) 50€. Hierbei muss – im Gegensatz zu Bereich A – die Zeit in Unterrichtsstunden (45min.) berechnet werden. Nach der Gesprächsrunde wird die Maßnahme in der Anlage 2 dokumentiert. Die Originale beider Anlagen werden dem Schulleiter zur Bestätigung und Weiterleitung an das Landesschulamt vorgelegt.

Für Beispiele von Anlage 1 und Anlage 2, siehe Beispiel von Bereich A.

 

Eine Ideensammlung mit den Ergebnissen der Workshops finden Sie hier. Bereich B wird auf den Seiten 5 und 6 behandelt.

 


 

c) Spezifische systembezogene Fortbildungen auf Schulebene oder Schulübergreifend

"Für die Durchführung spezifischer systembezogener Fortbildungen gilt grundsätzlich Nummer 4.1 Abs. 1, 2, 4 und 5 des Bezugserlasses zu Buchstabe e. Die Kosten für die Fortbildungen sind in der Mittelzuweisung an die jeweilige Ganztagsschule enthalten. Für die Durchführung und Abrechnung sind die Muster der Anlagen 3 bis 5 zu verwenden." (2.2c RdErl v. 22.7.2013 Endf)

Hier kann die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ zu Fortbildungsmöglichkeiten beraten und Experten vermitteln. Wenden Sie sich an serviceagentur.sachsen-anhalt@ganztaegig-lernen.de oder kontaktieren sie uns telefonisch unter 0391/562877 - 23/24.

 

Beispiel für Bereich C

Eine Schule möchte eine Fortbildung zu einem rhythmisierten Schulalltag organisieren. Ein entsprechender Beschluss der Gesamtkonferenz liegt vor.

Dazu informiert sich die Schule im Bereich Schulübergreifendes Arbeiten auf der Webseite der Serviceagentur „Ganztägig lernen“, ob es Schulen mit der gleichen Themensuche gibt.

Sie nehmen Kontakt zueinander auf und suchen sich einen Referenten, der diese Thematik bedient (Auch hier kann die SAG Hilfestellung leisten, sofern das gewünscht wird).

Nach erfolgreicher Suche wird eine Honorarvereinbarung (Anlage 4) mit dem Referenten geschlossen. Die federführende Schule zeigt an, welche Kosten in Anspruch genommen werden müssen, damit die Veranstaltung stattfinden kann (Anlage 3). Die zweite Schule trägt ihren Anteil ebenfalls in die Anlage ein. Die Reisekosten des Referenten werden mit Anlage 5 abgerechnet. Nach erbrachter Leistung bestätigt der Schulleiter die Honorarabrechnung (Anlage 4 unten) und leitet sie an das Landesschulamt weiter.

Anlage 3 - Kostenanzeige Vorlage Anlage 3

  Beispiel Anlage 3

Anlage 4 - Honorarvereinbarung Vorlage Anlage 4  

 

Auf Seite 7 der Ideensammlung mit den Ergebnissen der Workshops finden Sie Anregungen für Bereich C

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